GESCHICHTE

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Wie viele kulturelle Wahrzeichen Berlins, hat auch das denkmalgeschützte Gebäude in der Torstraße 1 eine bewegte Vergangenheit. Von den Architekten Georg Bauer und Siegfried Friedländer im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen, wurde es in den späten Zwanziger Jahren zum Leben erweckt, als die Firma Jonass & Co. darin ein siebenstöckiges Kaufhaus samt Dachterrasse eröffnete.

Als 1933 die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei an die Macht kam, wurden die jüdischen Kaufhausbesitzer von ihren Teilhabern enteignet. Als Jonass & Co. daraufhin an den Alexanderplatz umzog, wurde das leerstehende Gebäude an die Leitung der Reichsjugendführung verkauft. Während des Zweiten Weltkriegs diente es unter Artur Axmann als Hauptsitz der Organisation.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs markierte auch das Ende dieses Kapitels in der Geschichte des Gebäudes. Ein neues begann, als die Alliierten 1945 die Kontrolle des Sektors Ost-Berlin an die Sowjetunion übergaben. Das Haus in der Torstraße 1 wurde zum Sitz des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und somit von Parteigrößen wie Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck. Ende der Fünfziger Jahre zog das ZK in ein zentraler gelegenes Gebäude um. Von nun an beherbergte das Haus das Institut für Marxismus-Leninismus. Die großzügigen Gewölbe fungierten als Parteiarchiv.

Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 erhielten die Nachkommen der ursprünglichen jüdischen Besitzer das Haus im Zuge des Reparationsabkommens zurück. Anschließend stand das Gebäude fast eine Dekade lang leer. 2010 öffnete das Soho House Berlin seine Türen. Heute legt das Haus den Grundstein für ein wachsendes kreatives Zentrum in der Mitte Berlins.

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